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Komponentenbasierte SE

Im Rahmen der Anforderungsanalyse und der Domänenmodellierung entsteht durch eine enge Zusammenarbeit von Kunden (Finanzdienstleister) und Domänenexperten aus dem Systemhaus (Forschungseinrichtungen und IT-Dienstleister) zunächst eine fachliche Architektur des Anwendungsszenarios. Ausgehend von dem so entstandenen Analysemodell werden die fachlichen Anforderungen in Dienste umgesetzt und diese dann auf einzelne Komponenten abgebildet und damit ein komponentenbasiertes Entwurfsmodell entwickelt. Durch diese De-facto-Zerlegung der Architektur soll es möglich werden, bereits existierende Komponenten zu suchen und zu integrieren, die die fachliche Spezifikation (also die Dienstspezifikation) ausreichend erfüllen oder dahingehend angepasst werden können. Nur wenn eine Komponente weder bereits intern vorhanden ist noch am Markt bezogen werden kann, wird ein Fertigungsauftrag an einen spezialisierten, tiefer in der Leistungskette angesiedelten Komponentenhersteller erteilt (der u.U. seinerseits die Komponente aus einfacheren aggregieren kann). Bei der Form der verwendeten Komponenten kann somit zwischen einfachen, atomaren Fachkomponenten bzw. Systemkomponenten auf der einen Seite und zusammengesetzten, komplexen Komponenten auf der anderen Seite unterschieden werden. Eine zusätzlich angestrebte modellzentrierte Vorgehensweise erleichtert die Kommunikation der kollaborierenden Gruppen oder Unternehmen bei der Komponenten- bzw. Systemerstellung, erlaubt die strikte Trennung fachlicher von technischen Belangen durch schrittweises Hinzufügen der technischen Aspekte (Funktionalität und Qualitätsmerkmale) in den Modellen (Stratifikation) und gewährleistet so weit wie möglich Plattformunabhängigkeit von konkreten Komponententechnologien im Entwicklungsprozess.

Es soll im Idealfall auf der Modellebene „programmiert“, und der eigentliche, lauffähige Code für eine bestimmte Plattform nur noch automatisch generiert werden. Ist dies nicht vollständig möglich, stehen komplementär die Methoden der invasiven Anpassung und Komposition von Komponenten durch werkzeuggestützte Transformation des Quelltextes zur Verfügung. Es sollen hierdurch bereits technische und methodische Grundlagen für die arbeitsteilige Entwicklung von Unternehmenssoftware geschaffen werden, sowohl bei der Entwicklung von Komponenten als auch bei der Entwicklung mit Komponenten.

Ferner sollen eine möglichst genaue semantische Spezifikation der Komponenten Passfehler im System vermeiden helfen und die Komposition von heterogen bezogenen Softwarebausteinen unterstützt werden. Hierbei kann es sinnvoll sein, eine spezielle Kompositionssprache basierend auf der semantischen Beschreibung der Komponente zu verwenden.

Die Analyse der Prozesse und die Modularisierung des Fachmodells ist Angelegenheit der Workflow-Ebene. Der wesentliche Schritt beim Übergang zur Softwarelösung ist das Gewinnen der Dienste aus dem Fachmodell (Ebene der Services). Auf der Ebene der Integration werden die Komponenten bestimmt oder entwickelt und dann zu den Diensten und letztlich zur technischen Lösung des Fachmodells integriert.


Last modified 08.12.2004 - 15:44
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